Reviews

Orkus Magazin, November 2015

Nachdem Hemesath mit Rot so rot eine erste Duftmarke gesetzt haben, liefern die Herren aus NRW nun ihr Albumdebüt ab.
Die auf jener EP allgegenwärtigen großen Vorbilder Rammstein sind deutlich in den Hintergrund getreten; Hemesath versuchen einen eigenen Weg zwischen Metal, Gothic und deutschsprachigem Rock zu finden.
Das gelingt über weite Strecken ganz ordentlich, auch wenn vereinzelt noch die Berliner Superstars durchscheinen (Wenn Liebe nicht mehr Liebe ist, Vater, Lauf).
In Kombination mit den ungewöhnlichen Texten, die oft scheinbar Gegensätzliches verbinden, bietet Für Euch eine Fundgrube für Anhänger der Neuen Deutschen Härte, die sich von Formulierungen auch gerne mal überraschen lassen.
Hannibal ist als Anspieltipp dafür geradezu prädestiniert.
(Marc Halupczok)

Sonic Seducer, November 2015

Wer beim flüchtigen Vernehmen des Debütalbums von Hemesath eine allzu offensichtliche NDH-Trittbrett-fahrerei diagnostiziert, hat entweder den Volumen-regler auf Beichtstuhllautstärke eingestellt oder sollte sich beim Ohrenarzt mal gehörig die Lauscher ausfegen lassen.
Allein der kraftstrotzend akzentuierte Gitarrensound vermittelt  – vom Paradeopener „Erlösung“ an – ein direktes Zupacken, wo künstlich überzüchtete Harttöner neudeutscher Art oftmals ins Leere greifen. Denn von nichts kommt eher wenig. Darum setzen hier gestandene Musiker auf eine ausgesprochen kernige Produktion (Martin Buchwalter, Perzonal War) sowie auf die besten Zutaten aus nahezu sämtlichen Spielarten der Stromgitarrendominanz. Ob das Ganze nun eher in die metallische, klassisch rockige oder in die NDH – Richtung ausschlägt, ist im Einzelfall zu entscheiden. Einen ähnlichen Ansatz haben zuletzt Lichtgestalt verfolgt, doch verfügen Hemesath über das weitaus schärfere Songmaterial, auch wenn sich kein absoluter Überhit als Anspieltipp aufdrängt. Dass energische Reißer wie „Durch das Feuer“ oder „Krieger“ ebenso ziehen wie die auch thematisch anrührende Halbballade „Liese“ oder das schleppende „Mein Spiel“ spricht für das durchgängig eingehaltene Qualitätsniveau. Von und „Für Euch“.
(Stephan Wolf)

CD-Review „Für EUCH“ aus dem Tombstone Webzine

„Wenn man sich in der heutigen Zeit noch an das inzwischen stark ausgelutschte Genre [NDH] herantraut muss es schon etwas mehr sein, als der monotone Riff-Einheits-Brei. Genau das versteht die Band indem sie Elemente des klassischen Rocks mit breit gefächerten Gesangs-Variablen dem eigenen Soundbild hinzufügt. Bereits ihre erste EP „Rot, So Rot“ (2013) ließ vielversprechendes erklingen. … Mit ihrem Debütalbum „Für Euch“ ist Hemesath ein wahrer Hörgenuss gelungen. Die 11 Songs überzeugen in Komposition, Instrumentierung, Härte und vor allem Variation. Selbst wenn die Lieder nicht die allerschnellsten sein mögen, wissen sie doch zu fesseln und eine gelungene Atmosphäre aufzubauen, die bis zum Schluss erhalten bleibt. Es gibt sie noch – die kreativen Köpfe der NDH-Szene! Kaufempfehlung!“

Deep Ground

„Positiv überzeugt auf jeden Fall, dass sich weder an strikte Reimschema gehalten wird, die oftmals eher gewollt als gekonnt umgesetzt werden, noch Themen auf die immer gleiche Weise abgehandelt werden, sodass Hemesath diesbezüglich in der Tat eine gewisse „Frische“ bescheinigt werden kann. Auch musikalisch verfällt man nicht dem Trott aus reinem harten Gesinge und Gedresche, das man auch nach ausgiebigem Alkoholkonsum noch fehlerfrei mitgrölen und -schunkeln kann. Vielmehr sind Hemesath um Abwechslung und Vielschichtigkeit bemüht, ohne ihre stilistisch gesteckte Grenze komplett zu überschreiten. Hemesath servieren mit ihrem Album „Für Euch“ also eher ein Mehr-Gänge-Menü statt Fast Food Kost.“

My Revelations

„…Im Gegensatz zu vielen sogenannten Gimmickbands sehen die Ü-40 Rocker ganz normal aus und rocken auf ihrem ersten vollständigen und sehr düster bebilderten Werk „Für Euch“ recht basisch und nahezu frei von elektronischen Spielereien wie dicke Beats oder bombastische Keyboardteppiche. Das hebt die Band, die mich irgendwie deshalb an die Genrepioniere Richthofen erinnert, von der heutigen Masse ab und erinnert mich ebenfalls leicht von der Art des Gesangs an die „gerne“ über Krieg singenden (aber musikalisch heftigeren) Macbeth aus dem Osten. Von den Titeln wie „Vater“, „Mein Spiel“ oder Durch das Feuer“ her bedient man sicherlich die Genreklischees, ist aber weniger (bewusst) provokant wie andere Bands, aber das ist ja nur meine Wahrnehmung. Ein absoluter Hit ist die Vertonung des Buches oder Filmes „Hannibal“ welches die Vorgeschichte des Kannibalendoktors erzählt. Die Grundgeschwindigkeit der Lieder ist eher im Mittelfeld mit leichten Doom-Tendenzen. Midtempowalzen wie das rhythmische „Lauf“ lockern die Sache dann etwas auf.
Fazit: ganz gutes Debüt!“

Rock Hard
„… die Gitarren, die eher aus der Achtziger-Schule zu stammen scheinen, glänzen teils mit hochmelodischen Solopassagen (,Spinne’)“

Legacy
„Es ist immer wieder erfrischend zu sehen, dass es auch auf vermeintlich ausgetretenen Pfaden Bands gibt, die durch Genre-Vermischungen das Schubladendenken aufbrechen. Eine Überraschung wie aus dem Nichts, die Jungs muss man im Auge behalten.“

Sonic Seducer
„Neue Münsterländer Härte nennt das Quintett pfiffig sein Klanggebilde aus wuchtigen Gitarren- Riffs, dickem Bass/Drum-Fundament und martialischen Gesängen. Elements aus traditionellem Metal werden gekonnt hinzugefügt.“

Dark Spy
„Ich bin beeindruckt. Den Namen HEMESATH sollte man sich auf jeden Fall merken und beobachten wie es musikalisch weitergeht.“

Rock It!
„Da wächst was Interessantes heran: Eine Truppe, die man im Auge – und den Ohren – behalten sollte…“ (Andreas Schöwe)

Rock City
„HEMESATH sind für RAMMSTEIN das, was AIRBOURNE für AC/DC sind – die legitime Frischzellenkur für die entsprechende Fanschar!“

rocktimes.de
„Die rotzenden Gitarren, der brutale, harte Bass und die donnernden Drums in Verbindung mit der teuflischen Stimme und den geilen Licks der dritten Gitarre sind vom Allerfeinsten. So schmeckt die Hölle…“

Metal.tm
„Wow, mit ihrer EP „Rot, so rot“ tauchen HEMESATH quasi aus dem Nix auf und überzeugen auf ganzer Linie. Der Sound stimmt, die instrumentale Arbeit ist überragend und der Gesang großartig. Dabei präsentieren die Münsterländer sich gekonnt vielseitig und vielschichtig. Diese Band hat definitiv das Potenzial zu einem neuen Sternchen am NDH-Himmel aufzusteigen! Ausdrückliche Empfehlung für alle Fans der harten Düsterklänge.“

ffm-rock.de
„Fans von Deutschrock sollten die Band auf jeden Fall antesten.“

bleeding4metal.de
„Nach der NDH kommt die NMH – die Neue Münsterländer Härte. Glücklicherweise schielen HEMESATH nur ganz selten Richtung Rammstein, sondern reizen von Alternative bis Deathbratpfannen-Riffs eine größere Spanne aus, die sie mit gothic-inspirierten Vocals unterlegen.“

myrevelations.de
„HEMESATH liefern mit „Rot, so rot“ eine beachtliche Erstleistung ab, die nicht stumpf die im ersten Satz erwähnten Szenegrößen plump kopiert! Durch eine drei (!) Mann starke Gitarrenwand und dreckige Rockvibes klingen HEMESATH leicht anders und das ist gut so.“

musikanisch.de
„HEMESATH packen ihre Hörer mit mitreißenden Riffs, bleiben dabei in alter Regel schön metallisch hart. Die Stimme kommt mit guter Aggressivität rüber, überschreit sich nie. Ganz großes Kino.“

Rock Garage
„Musikalisch setzen sich HEMESATH immer wieder von festgefahrenen Pfaden der Neuen Deutschen Härte ab. Das ist der größte Pluspunkt der Münsterländer neben der prägenden Gitarrenarbeit von gleich drei Axtschwingern mit genreuntypischen Soli.“

Medicine Mag
„HEMESATH könnten auf genre-übergreifenden Düster-Parties sowohl für Neue Deutsche Härte- Heads, als auch für Pyrotechnikeranhänger spannend werden.“

metalglory.de
„HEMESATH bieten auf den gut 25 Minuten der EP harten, aber gleichzeitig enorm melodiösen Rock, der zudem auch so manches Mal die Grenze zum Metal beinahe überschritten hat.“

stahlseele.de
„Für jeden Hardrocker ist diese CD ein absolutes Muss! Gehört zuhause in jeden Schrank! Respekt Jungs, weiter so!“

Tombstone Rezension Hemesath, Auftritt vom 10.04.2015, Kulttempel Oberhausen
Im Folgenden standen die Münsteraner Hard Rocker von Hemesath auf der Bühne. Nach ihren Vorgängern trieben die Mannen mal eben den Altersdurchschnitt auf der Bühne um dreißig Jahre nach oben – das trügte aber rein gar nichts an der Show, denn trotz der Tatsache, dass es die Band noch gar nicht so lange gibt und man sich hier auf seine alten Tage noch lange nicht ausruhen will, lieferten die fünf Herren eine solide und herzblutgeladene Performance ab. Stilistisch wesentlich näher am Hauptact des Abends, mischen Hemesath (by the way nach ihrem Dorfmetzger benannt, dessen Hausname eben so lautet, wie ulkig) ordentliche und schnörkellose Rock-Musik mit NDH-Ästhetik in Wort und Klang. Bei näherer Analyse der Liedtexte schaut der eine oder andere vielleicht auch wieder ernüchtert auf seine Füße, was aber hier im Kulttempel wesentlich weniger negativ auffiel. Mit Textfraktalen wie „Du weißt nicht, wer ich bin – es zieht mich zu dir hin“ oder „Und wenn die Hüllen fallen, dann werden wir uns verknallen“ reihen sich diverse Einfachheiten in den Songs perlenschnurgleich aneinander und man fragt sich auch manchmal, welcher Halunke da zum Textschreiber ernannt wurde. Was allerdings viel angenehmer auffiel, das war der Spaß der Musiker, die Hingabe zu ihrem eigenen Schaffen und die knallig-mitreißende Ader eines jeden Stücks, das Hemesath zum Besten gaben. Kurze, knackige Ansagen untermalten das Spiel dabei ohne auch nur eine Länge. Einen Lichtblick und gleichsam einen starken Song markierte das USA-kritische „Feuer frei“ (nein, kein Rammstein-Cover, was Christopher Zumbült am Mikro direkt betonen musste, als ein paar Jungs im Publikum beim Songtitel völlig aus dem Häuschen gerieten) – „vom halben Mond verletzt, das Volk wird auf den Feind gehetzt“ kommt da weitaus intellektueller und metaphorischer daher. Der Auftritt der Altherren-Kombo wirkte wie Pflaster und Balsam nach der ersten Support-Band und krankte eigentlich nur noch an der Tatsache, dass das Publikum ob der voranschreitenden Zeit immer ungeduldiger auf den eigentlichen Hauptact zu harren hatte, weswegen man die ausliegende Setlist auch gleich um einen Song kürzer kastrierte. Schade eigentlich.

OST+FRONT, LAST SATANIC DIVINE & HEMESATH – OBERHAUSEN, KULTTEMPEL (10.04.2015)
Geschrieben von: Christian Reipen

Im Rahmen ihrer Olympia Tour 2015 und mit der aktuellen EP Freundschaft im Gepäck touren Ost+Front quer durch die Bundesrepublik und machten wie bereits im vergangenen Jahr auch wieder in Oberhausen halt. 2014 waren die NDH Rocker allerdings noch alleine unterwegs, beim Auftritt im ehrwürdigen Kulttempel hatten die Berliner eine Vorbands mit dabei. Hemesath kommen aus dem Münsterland, die Herren sind zwar nicht mehr die Jüngsten, zeigen dem Oberhausener Publikum aber schnell wo der Hammer hängt. Die enorme Spielfreude, gepaart mit sattem, sauberem Sound sorgt dafür, dass sich die Reihen vor der Bühne schnell wieder füllen. Bei jedem Song geben die fünf Deutschrocker alles, wobei vor allem Sänger Christopher immer wieder der Menge ordentlich einheizt. Wie man sieht, kann man auch einen geilen Auftritt ohne besondere Bühnenshow hinlegen – ein durchaus gelungenes Warm-Up für den nun folgenden Headliner des Abends.